Behandlungsmethoden

Klinisch-psychologische Diagnostik

Die klinisch psychologische Diagnostik wird ausschließlich von Klinischen Psychologen/innen durchgeführt. Die Diagnostik dient als Hilfe bei der Diagnosefindung und bildet die Grundlage für die weitere psychologische Behandlung/Beratung. Durch ein ausführliches Gespräch, standardisierte psychologische Testverfahren und Verhaltensbeobachtung werden Informationen gesammelt, ausgewertet und interpretiert. Darauf aufbauend wird ein entsprechender Behandlungsplan erstellt.

Psychologische Behandlung

Die klinisch psychologische Behandlung basiert auf einem lösungs- und zielorientierten Therapieansatz und unterstützt bei der Bewältigung psychischer, sozialer und körperlicher Beeinträchtigungen. Sie hilft, mit Belastungen und Krisen besser umgehen zu können und die Lebensqualität zu steigern.

Verschiedene, wissenschaftlich abgesicherte psychologische Interventionsmethoden werden eingesetzt, der Behandlungszeitraum ist abhängig von der Problemstellung. Im Schnitt kann mit 10 bis 20 Sitzungen das Auslangen gefunden werden.

Zu Beginn werden gemeinsame Ziele erarbeitet wie beispielsweise die Verbesserung der psychischen Befindlichkeit, Aufbau von Ressourcen, Entwicklung neuer Verhaltensweisen u. ä.

EMDR – Eye Movement Desensitization and Reprocessing

EMDR (Eye Movement Desensitization and Reprocessing) ist ein sehr wirksames, effizientes Verfahren zur Behandlung von Traumafolgestörungen. Ursprünglich wurde diese Methode von der US-amerikanischen Psychologin Dr. Francine Shapiro zur Behandlung traumatisierter Personen entwickelt. Inzwischen findet EMDR auch bei anderen Problemstellungen Anwendung, vor allem in der Behandlung von Ängsten, Zwangs- und Panikstörungen sowie Selbstwertproblemen. Man geht davon aus, dass jede, nicht verarbeitete Belastung gut auf EMDR anspricht und dadurch für die Betroffenen eine Entlastung geschaffen werden kann.

Nach einem Trauma kann es zum sogenannten „Sprachlosen Entsetzen“ (speechless terror) kommen. Das heißt, dass die Person das traumatische Ereignis kaum in Worte fassen kann, wodurch die Verarbeitung des Erlebten blockiert wird.

Bei der EMDR-Therapie kommt es durch die bilaterale Stimulation mittels bestimmter Augenbewegungen (oder auch akustischer oder taktiler Reize) zur Synchronisation unter den Gehirnhälften, eine innere Reorganisation der dysfunktional wirkenden Traumaerfahrung  wird ermöglicht. Erklärend wird auf die REM-Phasen während des Schlafes, in denen starke Augenbewegungen stattfinden, Bezug genommen und die Relevanz für einen erhöhten Verarbeitungsmodus des im Alltag Erlebten.

EMDR hilft, Bilder und Gefühle, die mit dem Trauma assoziiert werden zu desensibilisieren und negative, belastende Gedanken und Glaubenssätze zum Positiven zu ändern.

Traumatherapie nach Dr. Gallo – Neurosomatische Stimulation

Mittels Neurosomatischer Stimulaton ist es möglich, unterschiedliche Stresszustände rasch und schonend aufzulösen. EDxTM (Energy Diagnosis and Treatment Method) wurde von Dr. Fred Gallo, einem Klinischen Psychologen aus den USA entwickelt. Das chinesische Meridiansystem mit seinen Akupunkturpunkten und Erkenntnisse moderner Hirnforschung dienen als Theorie hinter diesem Ansatz. Es werden Techniken aus Hypnose, Verhaltenstherapie, Akupressur, EMDR, sowie der angewandten Kinesiologie angewendet.

Mit dieser Technik aus der energetischen Psychologie können wir negative, dysfunktionale Glaubenssätze erkennen und verändern, Stressoren auflösen, negative, unbewusste Muster löschen oder umprogrammieren. Weiters ist es eine schonende und nachhaltige Methode zur Verarbeitung von Ängsten, Panikattacken, zur Traumaverarbeitung, bei unterschiedlichen belastenden Symptomen (Wut, Trauer, Schuldgefühle), etc.

Kognitive Umstrukturierung

Bei diesem Ansatz geht man davon aus, dass sich Bewertungen bzw. Gedanken unmittelbar auf das psychische Wohlbefinden auswirken. Die Einstellungen bestimmten Themen gegenüber beeinflussen unser Denken in allen Alltagssituationen. Oftmals führen wir unbemerkt einen so genannten „inneren Dialog“ mit uns selbst und beeinflussen mittels „automatischer Gedanken“ und Bewertungen unsere Emotionen und damit unmittelbar auch unsere Reaktionen und das darauffolgende Verhalten.

Ziel der kognitiven Umstrukturierung ist es, sich seiner automatischen Gedanken sowie seiner Bewertungen bewusst zu werden und sie so zu modifizieren, dass sie die Stimmung nicht mehr beeinträchtigen. Weiters soll versucht werden, den fundamentalen Grundannahmen bzw. irrationalen Überzeugungen, die ursächlich für diese Bewertungsmuster sind, auf die Spur zu kommen und diese so zu verändern, dass eine konstruktive bzw. funktionale Sichtweise ermöglicht wird.

Entspannungstraining

Die Vermittlung von Entspannungstechniken ist ein wichtiger Baustein der klinisch psychologischen Behandlung. Entspannung ist eine sehr wirksame Methode zur Stressregulation, aber auch um körperliche Beschwerden und Erschöpfungszustände zu reduzieren.

Alltagsstress ist für sich genommen nichts Besonderes. Stress gehört zum täglichen Leben. Es spielt eine Rolle, wie wir mit Stress ganz konkret umgehen, ihn bewältigen. Auch Dauer, Form und Stärke sind ausschlaggebend auf seine Auswirkungen und unser Befinden.

Folgende Entspannungsmethoden werden angeboten: Progressive Muskelentspannung nach Jacobson, Autogenes Training, Atemtraining, Tiefenentspannung, Achtsamkeitstraining.

Biofeedback

Biofeedback bedeutet Rückmeldung biologischer Signale und ist eine wissenschaftlich anerkannte Methode, die hilft, bisher nicht bewusste Körperfunktionen wahrzunehmen und willentlich zu beeinflussen.

Über Sensoren werden Atmung, Muskelspannung, Hautleitwert, Puls und Temperatur gemessen und am Bildschirm dargestellt und es wird sichtbar, wie sich die Körpervorgänge durch Emotionen, Gedanken, Stress oder Entspannung verändern.

Ziel ist es, im Zuge der Biofeedbacktherapie Trainingsmethoden und Strategien zu entwickeln, um das Wohlbefinden wieder herzustellen. Der Erfolg ist direkt am Bildschirm ablesbar.

Eingesetzt wird Biofeedback zur Bewältigung von Beschwerden und Stresssituationen wie:

  • Schul- und Berufsstress
  • Burn Out
  • Panikattacken
  • Spannungskopfschmerz & Migräne
  • Tinnitus

Bei psychosomatischen Beschwerden wie:

  • Bluthochdruck
  • Herzrhythmusstörungen
  • Chronische Schmerzen
  • Durchblutungsstörungen

Vor der Biofeedbacktherapie ist eine Analyse des individuellen Stressprofils notwendig, dies erfolgt durch eine psychophysiogolische Testung, bei der Stress- und Erholungswerte gemessen und ausgewertet werden. Danach wird ein entsprechendes Training erstellt, innerhalb weniger Sitzungen kann bei vielen Beschwerden ein nachhaltiger Erfolg erzielt werden.

Sie lernen rasch, Strategien und Techniken anzuwenden, mit deren Hilfe Sie Ihre unbewussten Körpervorgänge beeinflussen, um wieder ins Gleichgewicht zu kommen.

Brainspotting

Brainspotting ist eine Methode, die sich aus der Traumaarbeit entwickelt hat. Traumatische und emotional belastende Erlebnisse können dadurch so umgewandelt werden, dass diese im Gehirn als neutral erlebt werden und infolge keine Symptome mehr verursachen. Entwickelt wurde die Methode durch Dr. David Grand, einem international anerkannten Traumaexperten.

Ausgangspunkt ist ein emotional belastendes Erlebnis. Ein Brainspot wird ermittelt, indem ein Punkt im Gesichtsfeld des/der Klienten/Klientin gefunden wird, der eine körperliche Reaktion, wie zum Beispiel Augenblinzeln oder eine Veränderung des Gesichtsausdrucks hervorruft. Brainspotting bewirkt einen Zugang zu tieferen Gehirnregionen, wo traumatische Ereignisse abgespeichert sind. Durch diese Methode kommt es sowohl zur Verarbeitung des emotionalen als auch des somatischen Schmerzes, der mit dem belastenden Ereignis verbunden ist.

Brainspotting kann bei unterschiedlichen traumatischen Erfahrungen, psychosomatischen Beschwerden, Ängsten und anderen emotionalen Belastungen eingesetzt werden.